Es geht jetzt Schlag auf Schlag. Die Meilensteine purzeln. Bam, bam, bam. Was soll ich sagen… mir san durch durch den Panama Kanal. Wochenlange Planung der Verköstigung der Lotsen und Linehandler von Andrea hat sich bezahlt gemacht. Ich bekomme immer noch in regelmäßigen Abständen Whatsapps das die Verpflegung (Gulasch!) und Gastfreundlichkeit auf der Gleda absolut überdurchschnittlich war. Dreimal san mir von der Shelter Bay Marina nach Colon zum Einkaufen damits auch ja genug ist.
Während Andrea vorkocht, kümmer ich mich um die Motoren. Einer biept. Und zwar was ganz neues. Es gibt so ein Serviceintervall piepen (3x ein Pieper), das kann man abstellen, aber das hier ist anders. Ich kanns einfach nicht im Handbuch finden. (4x zwei Pieper). Mein Mechaniker GROK sagt: „Das ist der Öldruck. Wenn der Motor normal läuft ist der Sensor kaputt“. Aha. Ich frag lieber ChatGPT auch noch: „Das ist ein Kontroll Check. Bedeutet nur das alles OK ist“. Ich sage GROK was ChatGPT dazu sagt. Da meint GROK (wirklich wahr): „Entschuldigung, aber die Behauptung von ChatGPT ist falsch. Ein Piepen das alles OK bedeutet wäre ja ABSURD“. Währenddessen piept auch der andere Motor und jetzt ist das schon komisch. Einen Sensor, hab ich schon bestellt. Ich sag Grok das er noch mal in sich gehen soll (hilft oft. Die Burschen sind denkfaul) und siehe da auf einmal wird er fündig. Das Serviceintervallsignal ändert sich bei 600 Betriebsstunden. Warum nicht gleich..Ich stells ab und gut. Aber die KI ist noch nicht das gelbe vom Ei.
In der Marina ist einiges los. Alle Kanalfahrer treffen sich im Pool oder beim BBQ und das ist wirklich interessant, weil die ganzen Geschichten die in letzter Zeit passiert sind ein Gesicht bekommen. Ein Schiff ist in den San Blas abgebrannt. Poolnachbar mit angesengten Haaren: „Ich war an Bord, ging ruckzuck…“. In der selben Bucht (lustigerweise heißt die Bucht „Swimming Pool“) ist ein Mann beim Schwimmen fast von einem Krokodil gefressen worden. Anderer Poolnachbar: „Ja ich weiß, ich bin der Tierarzt der ihn mit 52 Stichen zusammen genäht hat. Hat dreimal zugebissen, aber der sitzt schon wieder da drüben beim Bier“. Man erfährt von Blitztreffern (ein Schiff in der Marina hats dreimal erwischt) und von Riesen Schäden weil die Werft in Linton Bay ein Millionenteures Schiff umgeschmissen hat. Jetzt wir: „Ja wir waren dort…“. Das Schiff hat ein neues Antifouling bekommen. Das ist Hightech und so glitschig dass sich nix dran festhalten kann. Als die Stützen umgestellt wurden ham die sich dummerweise auch nicht mehr festhalten können und es ist einfach weggeglitscht.


Vor Shelter Bay waren wir noch in Portobello. Es gibt eine echte italienische Pizzeria mit einem Pizzabäcker aus Apulien. Wunderbar. Und nach der Kanaldurchfahrt warn wir wandern in El Valle. Auch Wunderbar.



So… kurz und knackig diesmal, weil mir san jetzt schon ganz arg in der Vorbereitung und Aufbruchstimmung für die Pazifiküberfahrt. Jeden Tag geht’s einkaufen. Die Gleda geht in die Knie. 150Liter Trinkwasser, 150 Liter Duschwasser. 120 Liter Sprit. Eh nicht übertrieben. Vorräte noch und nöcher. 10 kg Kaffeebohnen für den Cold Brew, Nescaffe für meine Frau. Ja hallo, was weiß den ich ob’s solchane Essentials auf den Marquesas gibt. Andrea kauft mir Schokoladenvorräte um den Kapitän bei Laune zu halten, ich kaufe ihr Zigaretten, weil ich ihr das Rauchen aufhören auf der Fahrt aus harmonischen Gründen verboten habe. Wir liegen 10cm tiefer im Wasser. Aber mit jeder der 4000 (4000!!!, das sind 7400 Kilometer, das ist doppelter Atlantik) Seemeilen duschen, trinken und essen wir uns etwas höher und werden wieder schneller und schwupsdiwups san ma hoffentlich nach 30 Tagen am Ziel.
Ich muss noch in den Mast alles kontrollieren. Alle Lashings werden auch durchgecheckt. Wir ziehen die neuen Segel endlich auf. Mir können ja bei dem ganzen Gewicht nicht auch noch zwei Sätze Segel rumschleppen. Die Steuerseile vom BB Motor gehören eigentlich auch noch getauscht. Bin extra nach Panama City durch den Höllenverkehr zum Suzukihändler um sie zu kaufen, während Andrea bei DHL für 200 Euro in drei Stunden ein Weihnachtspackerl für die Kinder aufgegeben hat. Das Packerl war dann auch am nächsten!! Tag in Wien, aber hat da die Rechnung nicht mit dem österreichischen Zoll gemacht. Die haben es ohne Scheiß geöffnet, obwohl ganz genau draufstand was drinnen ist. Der arme Connor muss jetzt Formulare ausfüllen (zwei selber gemachte Kürbisschalen: ca 12 Euro, 3 Packungen Platanenchips a 1.2 Euro…etc). Hab ich schon mal was zur österreichischen Post geschrieben? Schlimmer als die deutsche Bahn.



Und jetzt muss ich noch loswerden das unsere Kinder eh die besten sind. Connor und Valeria haben ein Familienweihnachtsessen mit Ben, Livia und Anouk organisiert. Was schöneres gibts doch gar nicht für Eltern am anderen Ende der Welt. Wir sitzen sogar mit am Tisch. Seufz.

Irgendwie ist jetzt die Kanaldurchfahrt gar nicht so vorgekommen, aber Andrea hat eh schon viel auf Facebook geteilt und ich bin ja schon froh überhaupt was geschrieben zu haben. Hier die Route, ein Video dass das Ganze in 5 Minuten zusammenfasst und ein paar Buidl.
https://www.noforeignland.com/map/boat/gleda/journey






So… frohes Fest und guten Rutsch. Geliebte Schwiegermutter, bitte pendel mal ob die große Fahrt unter einem guten Stern steht.
