so… damit wär die Route in den Marquesas hoffentlich glasklar. Ganz easy, fast wie ein Refrain vom Fredl Fesl….kann a jeder mitsingen. Das wir ganz brav in Hiva Oa erst mal einklariert haben ist logo. Einfacher wäre es zwar gewesen erst nach Fatu Hiva (kein Immigration Office) zu gehen, aber mir können halt nicht anders. Was einmal genetisch versaut ist, lässt sich durch Prügel alleine auch nicht mehr korrigieren. Mir bleiben einfach korrekt Deutsch, basta. Jetza aber der Vorteil. Wir haben ein Ankerbier und einen Burger direkt nach dem Einchecken bekommen UND! konnten eine neue Kühltruhe aus Tahiti bestellen. Die alte hat ja der Schwertfisch gekillt. Nur zwei Wochen Lieferzeit. Auswahl gab es keine. Irgendein chinesisches Teil…kostet: frag nicht. Zwei Wochen sind prima für Fatu Hiva denken wir und checken gleich rüber. So da baller ich jetzt mal ein paar Fotos rein von Fatu Hiva. Die Natur hat sich echt Mühe gegeben zu beindrucken.


Mir haben Glück das wir zeitig da sind. Man siehts im Bild, wir sind nicht die Einzigen und ankern ist hier schwierig, weil in der Mitte tief und steinig. Sand Fleckerl sind rar. Jetzt, also Ende März sieht es da schon anders aus. Freunde (Deutsch) machen morgen ihren Landfall in na? klar ganz korrekt in Hiva Oa und werden dabei von ca. 50 Schiffen der World ARC Ralley eingeholt. Ich glaub ich habs erwähnt: Da zahlt man einen Haufen Geld um mit anderen um die Welt gehetzt zu werden. Und wenn die da sind…ja dann sans da und alles ist bumvoll. Ganz abgesehen von den Ralleys, es werden überhaupt Jahr für Jahr mehr Individualisten wie wir. Die FatuHivanesen meinen so viele Schiffe hatten sie noch nie um die Zeit. Zwei Tage nach uns schlägt auch der Dirk aus Mexiko kommend in der Bucht auf. Das letzte Mal haben wir uns in Kolumbien gesehen. Das wir eine Weile miteinander segeln wird sich noch als echter Glücksfall rausstellen. Der Dirk ist ein subba Typ, Kapitän zu hoher See, Arzt im Ruhestand und quasi ein Outlaw. Weil! er ist einfach direkt nach Fatu Hiva gesegelt ohne vorher in Hiva Oa einzuklarieren. Er hatte noch die lustige Idee in einer deutschen! Langfahrtseglergruppe im Forum zu fragen ob das ein Problem wäre. Der Shitstorm hatte sich gewaschen: „Wenn das jeder machen würde…“, „Das ist illegal“, „Es gibt Regeln um sich dran zu halten“…LOL. Hier mal ein Bild von unserer Truppe. Wir sind bei einer Familie zum Essen. Restaurants gibt es nicht. Man fragt einfach jemanden und da darf man dann mitessen. Es gibt das selbe wie immer. Huhn oder Fisch mit Reis und a paar Platanen oder Brotfruchtschnipsel. Selbe Diät wie in der Karibik. Es bleibt ein Rätsel. Hier wächst wirklich jedes Gewürz, Gemüse, Obst…aber sie wissen nichts damit anzufangen. Wir freuen uns kulinarisch so langsam auf Asien.

Jetza kann man sich aber ned wirklich beschweren. Obsttechnisch ist das sooo geil hier. Jeder zweite Baum trägt Pomelos. Andrea kann ihr Glück fast gar nicht fassen. Die Bäume dazwischen haben Mangos. Bananen, Papaya und Maracuja (da kann ich mein Glück fast gar nicht fassen) sind eingestreut. Alles total gepflegt. Ständig wird Laub gerecht und Rasen gestutzt. Pikobello schaut das aus. Und alles gratis. Man braucht nur sehnsüchtig auf eine Pomelo zu schauen und -schwupps- wird so lange vom Besitzer des Baums bei Dir aufgeladen bist du Stopp schreist. Anstatt verschenken tauschen die Leute hier auch total gerne. Wir haben z.B. getauscht: Lesebrille gegen Obst und für Andreas kleines Goldschmiede Set (Hobbyaufgabe), das wir eigentlich verschenken wollten, haben wir als Dank einen gerade frisch handgeschnitzten Tiki bekommen. Wir waren so verdutzt das wir ihm gleich den Bayrisch-Polynesischen Namen „Oha“ gegeben haben. Der Oha ist ein Krieger und passt auf uns auf.

Nicht gratis ist hier alles andere und auch nicht leicht zu ergattern. Joghurt zum Beispiel. Da muss man schon auf Zack sein. Wenn das Versorgungsschiff anlegt hat man ca. 60 Minuten für den Einkauf… Als wir sehen das abgeladen wird, sprintet Andrea zum Magasin direkt am Hafen und kommt ganz happy mit zwei großen griechischen Joghurt zurück. Ich: „Boa, super. Hast Du alle gekauft?“. Andrea: „Neee.. Ich wollte den anderen Seglern auch was lassen“. Ich denk mir -Hallo der andere Segler bin ja dann wohl ich! Die Chance kommt so schnell nicht wieder (in 2 Wochen beim nächsten Versorgungsschiff). Und siehe da als ich ankomme ist der einzige letzte Joghurt noch da. Die Dame an der Kasse meint: „Da hast Du Glück gehabt das ist der letzte. Gerade hat eine Frau tatsächlich gleich zwei! gekauft!“. Wir schütteln beide den Kopf: „Leute gibt’s, tststs!“. Der neue Kühlschrank ist voll! Außerdem haben wir wohl einen Glückskauf gemacht. Die Chinabox verbraucht weniger Strom und ist leiser als der Highend Dometic der abgesoffen ist. Freude ist ein kleiner Kühlschrank. Endlich wieder Cold Brew Kaffee…
So… was noch. Ist immer schwierig, wenn ich einen Monat warte mit Blogschreiben. Da vergisst man gerne mal was. Ich mach mir schnell ein paar Stichpunkte: Haie, Zeh, Manfred… OK. Bevor ich zu den Haien komm hier noch ein paar andere Fische. Jeder Ankerplatz ist voll mit Mantas. Guckst Du Video! Und ein paar Bilder der freundlichen Bewohner von den Marquesas.




So vor den Haien jetzt erst mal ein Danke an den Dirk. Seit 5 Wochen war ich nämlich Gehbehindert weil Zehbehindert. Irgendwie habe ich mir a paar Bakterien unters Nagelbett geschoben und der Zeh war ständig rot, geschwollen und hat total genervt. Auch Antibiotika zwischendrin ham nix gebracht. Ich war schon ganz Zehfixiert. Meine arme Frau musste das Gejammer aushalten. Am letzten Abend bevor der Dirk weiter ist hab ich dann was Gelbes durschimmern sehen. Da hab ich eins von unseren Einmalskalpellen eingepackt und bin rüber zum Profi (was weiß denn ich wie tief man da schneidet). Der Dirk hat die Stirnbirn aufgesetzt, geschnitten – Eiter läuft und endlich ist der Zeh besser. Herrlich. Also Fünf-Sterne Bewertung für die schwimmende Praxis.
Sowosamma? Tahuata. So schaugts da aus. A Insel halt…. und gleich noch ein Bild von Ua Huka… auch a Insel halt.


Der Dirk war es auch der versucht hat mich schreiend zu warnen, das ein Hai hinter mir her ist, als ich von seinem Boot mal zurück gekrault bin. „Du das war knapp. Der ist Volldampf hinter Dir her. Du bist gerade noch die Plattform rauf“. Ich denke mal hektisches Kraulen war der Fehler. Da wird’s einem schon mulmig. Meistens tun die nix (wollen nur spielen). Aber in Fatu Hiva musste gerade erst der Helikopter kommen um ein Kind mit schweren Bisswunden nach Tahiti fliegen. Das Bein wird wohl nicht mehr. Das Kind ist da geschwommen wo sonst die Fischer ihre Fische ausnehmen. Wie das aussieht haben wir in Nuku Hiva gesehen und da willst du nicht reinfallen….Andrea hat das festgehalten.
Nuku Hiva ist „big City“. Drei kleine Supermärkte mit Joghurt (mei ham mir ein Schwein mit dem Timing von dem Versorgungsschiff). Eine wunderschöne Kirche (Cathedral de Notre Dame) und sensationelle Berge. Zum Wandern war der Zeh noch zu angeschlagen, aber mir ham a Autorunde gedreht. Ab 600m Höhe bekommt man Heimweh nach den Voralpen.

Das beste kommt zum Schluss. Die Schokoladenvorräte sind voll! Letzter Stopp vor den Touamotus ist Ua Pou. Hier lebt Manfred, 72. Ein Kuriosum. Vor 40 Jahren, nach dem seine öffentliche Sauna abgebrannt ist, ist er aus Deutschland nach Polynesien ausgewandert. War hier unter anderem Hubschrauberpilot (Donald Trump geflogen), Leibwächter (von Marlon Brando) hat eine echte Prinzessin von hier geheiratet und stellt jetzt seit 35 Jahren Schokolade in den Bergen von Ua Pou her und erzählt zottige Witze ganz genau unter der Gürtellinie. Wir haben uns gegenseitig dreckige Witze erzählt und dabei Schokolade gegessen. Ein unvergesslicher Abend sozusagen.

