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Tiki 38 Gleda Beiträge

Sixthaselbach und Le grand bleu

Hab ich die Geschichte eigentlich schon erzählt? Ich glaub ja, aber wurscht, weil sie gehört jetzt hierher… sie geht so: Vor ca. 30 Jahren (jeckerl) waren wir mal bei einem entfernten Bekannten von Natalie in Sixthaselbach (ein Nest weit, weit weg auf dem Land im Münchner Norden bei Moosburg an der Isar) um den alten Golf 1 von Andrea reparieren zu lassen. Der Mensch der das gemacht hat hieß Reinmar und war deutlich hipper als wir, weil! er hat in seiner Scheune ein Schiff (Katamaran) gebaut, das er uns im Rohbau stolz wie Bolle präsentiert hat. Wir durften auch reinkraxeln und waren schon begeistert, aber halt zu der Zeit noch nicht enthusiasmiert – so jung und gar nicht wild war ich damals. Das war dann auch leider der erste und einzige Kontakt den wir hatten. 30 Jahre später mit Atemmaske auf dem Schädel und Schleifstaub in jeder Pore, da ist uns der Reinmar, der Typ mit dem Holzkatamaran, wieder eingefallen. Jetzt klar, folgern wir messerscharf – das muß ein Wharram gewesen sein! Leider fruchtet kein Versuch ihn ausfindig zu machen. Wir sind natürlich scharf drauf zu wissen, ob er fertig gebaut hat und auch losgefahren ist und ob das Schiff irgendwo liegt. Natalie hat leider auch keine Idee und so vergessen wir ihn wieder bis, ja bis wir eines lauschigen Abends mit Bekannten von der Werft bei Mauro in der Dorfkneipe sitzen und die noch einen Bekannten mitbringen. Der ist gerade mit seiner 40 Jahre alten BMW über die Alpen gekommen um die beiden zu besuchen. Irgendwann fragt er was wir da so bauen. Wir: eine Tiki 38, nen Wharram. Er: So einen hat mein Bruder vor 30 Jahren auch mal gebaut. Wir: Aber ned in Sixthaselbach, oder? Er: Logisch, der Reinmar hat die Amata in Sixthaselbach gebaut. Die Welt ist halt doch ein Dorf. Mir ham ihn natürlich gleich angerufen. Und das ist auch lustig… Reinmar und Christina haben sich in Rocella Ionica, unserem nächsten Stopp nach Crotone niedergelassen da war die Gleda vor 4 Jahren schon mal und da haben wir die beiden jetzt besucht. Fotos damals und heute.

Amata ist leider seit drei Jahren verkauft, die beiden leben aber traumhaft am Berg über dem Meer und haben uns wie alte Spezl aufgenommen. Wir kennen uns ja sonst gar nicht. Sie haben uns zum Supermarkt chauffiert, dann ein fettes Essen kredenzt und wir ham uns sauwohl gefühlt und den Geschichten ihrer Reise gelauscht. Das mit dem Segeln war damals schon was für ganze Männer (und Frauen). Nix GPS, nix Wetter per Satellit, da kommst du schon mal in fette Stürme. Also so richtig fett. 11 Bft in der Adria und 10m hohe Wellen bei der Rückfahrt aus der Karibik über den Nordatlantik. Alter, da muss man Eier haben und einen Wharram.

Noch ein schönes Foto beim Abstieg vom Berg der beiden zum Meer gemacht. Typisch für die Gegend:

In Bova Marina ist uns dann auch noch was komisches aufgefallen. Beim Blick nach oben musste ich feststellen, das der vordere Mast aber so gar nicht nach vorne zeigt. Er guckt eher so 45 Grad nach Backbord. Ich denk noch: Guck mich nich so schräg an, hab ich dich schief eingebaut? Die Antwort ist nein. Ich hoffe das hat niemand ernsthaft in Erwägung gezogen. Also muss es ihn bei der stürmischen Überfahrt aus Griechenland verdreht haben. Tatsächlich stellt sich raus das der Stift im Mastfuß der das verdrehen verhindern soll abgeschert ist. Mit reinem Testosteron drehst Du den jetzt nicht zurück (ich hab’s echt versucht), also haben wir zwei 6-fachTaljen angeschlagen bei denen ein Seil um ein Gummi um den Mast gewickelt ist und haben ihm mit brachialer Gewalt schön langsam den Kopf wieder gerade gerückt. Dann noch zwei A4 Bolzen durch den Mast in den Mastfuß und jetzt ist hoffentlich a Ruh. Wir haben auch mal wieder Wasser gemacht. Ein kleines Video, das man mal sieh wie easy das geht.

Sturm gibt’s bei uns derweil keinen. Mir schieben uns in Zeitlupe an der kalabrischen Küste nach Westen. In Bova Marina gibt’s noch a Mal an Stopp vor dem Sprung nach Sizilien. Auch wieder so ein typisch kalabrischer Ort. Tourismus Fehlanzeige. Sozusagen ein Tourismus Cold Spot. Arm, marode aber belebt mit unglaublich freundlichen Leuten. Was jetzt schon auffällt, weil hier wechseln sich Tourismus Hot Spots (Taormina unser nächster Halt) und Cold Spots schön regelmäßig ab, ist folgendes: Je ärmer der Ort, desto netter die Ureinwohner. Je reicher desto gestresster die Leute. Hört sich jetzt komisch an von so einem radikalliberalen Kapitalismusverfechter wie mir, ist aber so. In Bova Marina haben mich auch im Caffè am Dorfplatz ein paar junge Leute (Oh Gott, so einen Ausdruck verwende ich mit 55 zum ersten Mal) fürsorglich in ihre Mitte genommen und mir dann den Tipp gegeben in Sizilien Taormina anzusteuern, was sich als Hit rausgestellt hat. Hier noch zwei Impressionen aus Bova Marina. Die Tankstelle ist doch Klasse – seit 50 Jahren unverändert, und die kalabrische Mafia hat Liquidationssonderangebote (wenn mich mein ausgezeichnetes Italienisch nicht täuscht). War aber geschlossen, sonst hätte ich hier Preise nennen können, wenn jemand Bedarf hat.

Taormina hat mir jetzt erstmal nix gesagt, aber Andrea schon. Die hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd. Hier wurde einer ihrer (Jugend)Lieblingsfilme gedreht. The Big Blue – Im Rausch der Tiefe. Wir haben also gleich das ganze Programm abgespult. Den Film noch mal ansehen, mal kurz Luft anhalten und auf 120m Tiefe abtauchen (lol) und ein Foto im Restaurant machen wo Jaques, Enzo und die seltsame Frau Spaghetti essen (ist jetzt ein super super Luxusrestaurant. Man hat uns 3 Minuten für das Foto gegeben, dann aber husch husch wieder ab ins Körbchen).

Das Sahnehäubchen war aber die Überfahrt nach Taormina. Im Film kommen ja viele Delfine vor und wie bestellt begleiten uns die ersten Delfine auf der ganzen Reise. Ein Traum.

In Taormina haben wir eine Woche auf Wind nach Nord gewartet und sind dann durch die Straße von Messina. Da geht’s zu wie am Stachus. Ständig Fähren aus allen Richtungen, der totale Stress, also haben wir uns gedacht das wär doch eine Spitzengelegenheit das mit dem Spinnaker noch mal zu üben. Sozusagen Training unter Beschuß. War dann auch spannend. Er hat sich erst ein paar mal um das Vorstag gezwirbelt, aber wir haben es souverän gelöst und haben uns von dem blauen Lappen nach Stromboli ziehen lassen.

In Stromboli war jetzt nix aufregendes. Sprich der Vulkan wollte nicht ordentlich ausbrechen für unsere Unterhaltung, aber in der Nacht kann man ihn glühen sehen. Ich checks nicht wer sich hier die wunderschönen und liebevoll gepflegten Häuser und Gärten anlegt (z.B. die Dudes Dolce und Gabana) wo es dir doch das ganze Haus jederzeit unterm Arsch wegblasen kann. Noch ein paar Impressionen vom Stromboli und Max dem Barkeeper (heiß wie ein Vulkan) und das wars für diesmal. Mir san schon weiter Richtung Palermo.

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Nein, es wird nicht langweilig

Es fragt oft mal einer ob uns des ned langweilig wird immer auf dem Schiff. Keine Chance. Es gibt so viel zu tun, das ich kaum zum Blog schreiben komm, oder mal Gitarre spielen. Heute z.B. ist der 19.Mai, wir liegen in Crotone in Italien im Hafen. Die Stadt schläft noch, da keiner vor vier Uhr in der Früh ins Bett ist. Hab mir grad nen Caffè in der Hafenbar geholt und da hängen immer noch Überbleibsel des gestrigen Wahnsinns rum . Gestern war hier der Event des Jahres, das Festa Madonna de Capocolonna. Zusammengefasst kann man sagen die Madonna hat die Türken ganz allein nausgehaut. Der ganze Ort flippt einen Monat lang total aus. Gestern ist die Madonna mit Volksfestambiente ab ein Uhr nachts durch die ganze Stadt getragen worden und kam heute Nacht mit dem Schiff und großem Feuerwerk zurück in den Hafen. Ich hasse ja Menschenmengen, aber die sind hier alle locker einen Kopf kleiner als ich und so haben wir uns mit der Madonna durch die Nacht schieben lassen. Das Foto hab ich auf Augenhöhe gemacht (Scherz, ganz so klein sind sie dann doch nicht, aber schon eher winzig)

Jetzt lass durchblicken (auch wenn geflunkert, weil eher Zufall), das der Zweck des Besuchs überhaupt nur die Madonnenprozession ist, dann hast Du hier Freunde fürs Leben. In der Marina z.B wollten Sie für unsern Katamaran für 5 Tage 460 Euro. Das ist hart, aber Wetter und keine Ankerbuchten hätten uns gezwungen. Als ich erwähnt habe, das wir nur da sind um unbedingt die Prozession zu sehen, standen fünf Italiener rum und haben den Preis laut gestikulierend als Gotteslästerung bezeichnet. Wir waren sofort Clubmitglied und mussten keine Mehrwertsteuer zahlen und unser 12m Katamaran wurde zu einem 10 Meter Einrümpfer eingedampft (das Wunder der Madonna). Gesegneter Endpreis 200 Euro.

Crotone selbst hat irgendwie einen ganz eigenen Charme. Man merkt jetza scho, das das der arme Süden ist. Der DDR Flair hat aber auch was. Touristen gibt es um die Zeit Null Komma Null und die wirklich schöne Strandpromenade wird von runtergekommenen 50er-Jahrebauten anstatt von Boutiquen und Hotels gesäumt. Die Fotos sind original an der gleichen Stelle aufgenommen. Jeweils Blick nach links und Blick nach rechts.

Aber die Leute sind zufrieden. Unser Gemüsehändler z.B. (hat wilden kalabrischen Rucola. Andrea hat das geilste Pesto ever gemacht) ist auch komplett happy, daß wir die ganze Nacht die Madonna begleitet haben und daß wir die Freiheit (“ahhh la liberta!!”) auf dem Meer leben. Er ist gleich raus aus dem Laden gerannt und hat es jedem wild mit den Armen wie in einem Kampf rudernd erzählt. Vollkommen verrückt. Der Mann ist übrigens 4-maliger italienischer Box-Champion seiner Klasse (Foto oben im Bild). Rocky Balboa von Crotone, super Typ.

Das ist überhaupt das fantastische wenn man mal eine Woche an einem Ort bleibt. Du lernst die Leute kennen. Und die waren bis jetzt auch überall unglaublich herzig und freundlich. Jetzt geben wir uns auch Mühe. Andrea hat gestern zum Beispiel in der Hafenbar eine Runde für die Küstenwache geschmissen, kann nie Schaden, so wie ein Schluck Schnaps für Neptun. Das haben die sich auch verdient im Einsatz letzte Nacht. Wir hatten schon eine echt raue Überfahrt aus Kefalonia, Griechenland (mit Folgeschäden, dazu später mehr) aber in der Nacht drauf hat der Scirocco auf 10 Bft hochgedreht und es gab die ganze Nacht Einsätze. Bei uns waren es noch 6 Bft, aber gegen die Strömung. Das hat zu ziemlich hoher und steiler Welle von der Seite geführt. Die Gleda hat gekracht, gescheppert und ist gesprungen. An Schlaf war nicht zu denken, es hat einen von den Sitzen gehoben. Für die 180 Seemeilen haben wir dafür auch nur 20 Stunden gebraucht, also 9 Knoten Schnitt. Das ist ordentlich.

Kefalonia ist nice, klar. Fiskardo ein super pittoreskes Städtchen mit urigen Wanderwegen und einem stilvollen Gefängnis.

Aber am besten war Meganisi. Die Leute sowas von nett. Da grüßt dich jeder Autofahrer, am zweiten Tag geht der Café aufs Haus. Hier mal ein paar Bilder aus Katomeri, ein Örtchen am Berg in dem man es aushalten könnte. Andrea macht eh eine Liste wo wir alt werden können wenn wir mal groß sind. Eckpunkte sind a) nette Menschen b) nicht zu weit zu evtl vorhandenen Enkeln c) Platz für mindestens zwei Esel (Esel wollen nicht alleine sein) d) Katzen und Hunde die man füttern kann.

Und gleich noch mehr Luftfotos. Ich hab ja jetzt ne Drohne und muss natürlich damit rumspielen. Wo was aufgenommen ist schreib ich als Bildunterschrift.

Die letzten beiden Bilder sind in Nydri, einer super geschützten Bucht auf Lefkada gemacht. Gleda liegt wieder neben der Vajana vom Marcel, harmonisch Seite an Seite wie die vier Jahre in der Werft in Piancada. Stand heute steht die Vajana zum Verkauf. Marcel will andere Wege gehen, aber mal abwarten. 🙂

Noch ein Nachtrag zu Meganisi. In einer Bucht haben wir einen Engländer (84 Jahre alt) getroffen, der mich glaub ich zwei Tage mit klasse englischem Humor voll verarscht hat, oder auch nicht. Ich kann’s echt nicht sagen. Der saß da auf seinem 20m langen Cornisch Kutter. Die Geschichte geht so: “Ich hab das Boot vor 18 Jahren für eine Millionen Pfund bauen lassen bin dann ein paar Jahre in die Karibik und zurück und wollte es für 600.000 verkaufen. Kein Käufer”…. Er hat den Preis die Jahre drauf auf 100.000 gesenkt. Kein Käufer. Jetzt will er das Ding nur noch loshaben und will 500 Euro. Lustig, oder? Ich hab ihm gesagt, das ich mal schnell zum Bankomaten geh, aber er hat gemeint, das die Woche zwei Leute kommen. Ein Engländer der damit um die Welt will und ein Grieche der Daycharter machen will und die muss er abwarten. Das Boot ist TipTop in Schuss. Rumpf aus GRP, der Rest altes Teak. Jede Winsch kostet 4000 Euro. Er hat gesagt selbst der Diesel an Bord kostet 7000 Euro. Ich checks nicht, war wahrscheinlich ein Prank für nen doofen Kraut. Hier ein paar Bilder:

Jetzt noch die Reperatur/Schadensmeldungen. Ich sag mal so… Fenstercountdown steht bei 10 und tickt runter. F…king Fenster. Von den 20 Fenstern und Luken hab ich ja schon 10 eliminiert, aber des hat halt ned gelangt. Da wo die Dichtungen nachgeben läuft das Wasser brav in die Kabinen. Jakes Cabin haben wir (Andrea) komplett entsalzen müssen und in der Küche war es noch ärger (oarger auf Wienerisch??). Da ist das Wasser nämlich ned direkt nach innen durchgelaufen, sonder schön in die nicht epoxierten Schnittkannten des Sperrholzes rein. Das hat brav alles aufgesaugt, bis man dann mit dem Finger durchpuhlen kann. Gestern war Durchpuhltag. Ich hab schön größzügig gepuhlt, weggesäbelt und alles mit Coosa, Epoxy und Glasfaser zugepäppt. Jetzt gewinnt das keinen Schönheitspreis (meine Werftarbeitsansprüche sinken bei ambulanten Behandlungen), aber es ist dicht. Die anderen Fenster muss ich mir peu a peu vornehmen. Ansonsten hats uns mal in einer Nacht das Seil vom Heckanker durchgescheuert, aber meine Frau hat gleich ein neues eingespleißt.

Ein Kommentar

Moment mal

Zur Erinnerung: Folgen kann man uns über den Link Jawosamma auf der Webseite oder direkt über Noforeignland.

Das fühlt sich seltsam irreal an. Jetza sind so viele Jahre Planung und Bau vergangen und auf einmal sind wir weg. Die Abfahrt kam unerwartet plötzlich. Es gab da so viel anderes was wichtiger war. Connor und Valeria haben geheiratet, das war natürlich der Mainevent. Anouk war zu Besuch aus Thailand. Einiges los also. Aber wir hatten uns ein Abfahrtdatum gesetzt und das auch knallhart durchgezogen. Sprich wir haben das Haus einfach auf die Minute pünktlich verlassen wie es war. Meine Klamotten hängen im Schrank (macht damit was ihr wollt) , das Bett ist ungemacht, das Frühstücksgeschirr steht auf dem Tisch. Nicht mehr unser Problem, Connor und Valeria wohnen jetzt da. Räumt mal schön hinter den alten Säcken her, lol 🙂

Zwei Tage mit vollgepacktem Dacia die Balkanroute runter. Hammer was ich da alles mitgenommen habe. Starlink, Erstazteile, Drone, noch mehr Ersatzteile und Werkzeug, E-Gitarre. Lauter Männerspielzeug. Andrea hatte nur ein Täschchen (und eine aufblasbare Badewanne! Das sei erwähnt). Es hat dann auch 10 Tage gebraucht das alles so zu verstauen, das man es wiederfindet (ich hab eine Liste auf meinem Handy da schreib ich jedes Teil und seine Position auf, sonst ist es für immer verschwunden). Zum Glück sind wir weg. Gleda ist voll, aber es kommen immer noch Sachen in Klosterneuburg an, die verspätet verschickt wurden. Braucht sicher kein Mensch.

In Prevezza haben wir alles eingeladen, unser neues Heim kranfertig gemacht und sind dann erstmal an die Hafenmauer. Es ist so toll wieder zu schwimmen. Das Wetter ist nicht ganz wie im Marketingmaterial. Ein namentlich nicht genannter Passagier hat sich bereits beschwert. “Kommen Sie auf die SV GLEDA, hat es geheißen! Sie werden nie wieder frieren hat es geheißen! Nur schönes Wetter auf der Barfußroute, hat es geheißen!”. Ist aber auch wahr. Regen und Sturm bei 17 Grad. Jetzt sind wir nach Lefkas umgezogen um dem Wind und Schwell zu entgehen und warten auf Natalie, die ja unser Auto übernimmt. Wir liegen prima gratis und sicher direkt an der Einfallstraße.

Da haben wir schön Zeit den Seppi (den Lieben) mit Karotten zu füttern und beim Lidl einzukaufen. War übrigens schon mal jemand in Lefkas beim Lidl? Ganz lustig. Auf dem Parkplatz gibt es lauter Einweiser mit gelben Westen, die das Parken ganz ganz schwierig gestalten. Ein Lotse auf 5 Parkplätze, das muss ein EU-Förderprogramm oder so sein. Irre. Und natürlich kann ich am Boot basteln. Es gibt eine superlange ToDo Liste. Gestern hab ich seit langem mal wieder Epoxy angerührt. Schön. Die Steuerbordkabine ist nun voll Einbruchssicher (so super in den Hafenstädten. Überall kannst Du A4 Stahl, oder Anker oder was man sonst nicht braucht kaufen!). Auf den Bildern sieht man schön die Sauerei vom Saharastaub. Tonnenweise ist der zur Zeit im Regen.

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Check Check

Ich hör mal in mich rein, ob wir auch nix vergessen haben. Der Winter war lang. Wir haben ihn genutzt: Hier ein paar Beispiele: neue Pässe, Impfungen gegen alles (alles!), Schweinefüße aufschneiden und wieder zunähen (ob wir das je brauchen? aber vielleicht verletzt sich ja mal irgendeine Sau), fette-fette-viel zu fette Bordapotheke zusammenstellen und Auslands KV abschließen (Ja! Ich schäm mich für meine restdeutsche Überabsicherungsmentalität, aber ich kann nicht anders. Was einmal genetisch versaut ist, lässt sich durch Prügel alleine nicht mehr korrigieren (Gerhard Polt)).

Verkauft ist die Vespa und der treue Ford Transit Werftbus. Der Dacia bringt nur noch uns und fui zfui Graffei nach Griechenland und bleibt dann da in der Sonne von Lefkas bei unserer lieben Freundin Natalie. Einiges zum Um- und Anbauen haben wir auch dabei. Da mach ich dann Fotos wenn wir es einbauen. Der Rasen ist gemäht (warum hab ich das gemacht??) und ein Kind ist verheiratet. In 10 Tagen ca. sind wir bei der Gleda. Ihr geht es gut, wir haben ein aktuelles Foto in der Wharram Facebookgruppe gesehen. Gleda und Seppi wir kommen!

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Servus Sepp

Ein letztes mal zum Schleppangeln nach Paxos und zurück (natürlich wie immer erfolgreich), dann gings nach Preveza an die Kaimauer. Es geht für mindestens fünf Monate aus dem Wasser. Es ist einfach zu kalt für einen mediterranen Winter auf der Gleda und ein paar Dinge stehen noch auf der Checkliste. Impfungen, neue Pässe, Autos verkaufen etc etc. Den Anleger in Paxos wollte ich ganz elegant römisch katholisch machen. Also Anker schmeißen und mit dem Heck an die Pier. Längsseits kann ja jeder und nimmt Platz weg. Um es vorweg zunehmen… es war nicht schön. Der erste Versuch ist 5m vor der Pier geendet, weil die Kette mit 60m zu kurz war. Ich find es nicht leicht zu schätzen ob man jetzt 40 oder 60m von der Mauer weg ist. Andrea hat noch angemahnt, das wir zu weit draußen geschmissen haben. Da hängst Du dann an der Kette und merkst das es hier eine fetzen Tidenströmung von der Seite gibt und dich auf das Nachbarboot drückt. An Land stehen 10 “Helfer”, haben prima Hafenkino während sie Anweisungen zurufen und deine Frau gibt Dir den “Ich habs Dir doch gesagt Blick”. Also wieder ganz entspannt (hahaha) raus und noch mal versuchen. Zwei mal müssen wir den Anker werfen, da die Strömung die Gleda zu schnell versetzt und sonst die Kette komplett schräg wär. Mit Ach und Krach machen wir fest. Keine seemännische Glanzstunde. Skipper sein ist nicht immer leicht. Am nächsten Tag will unser Nachbar weg und logisch! wir liegen über seiner Kette. Da darf ich dann zum Glück noch mal üben. Irgendwann lern ich es.

Als Belohnung sind die letzten Tage auf der Gleda gechillt. Wir können in Ruhe die Segel waschen, runternehmen und das Boot winterfest machen. Jeden Tag ausgiebig warm duschen hat auch was und Preveza ist in der späten Nachsaison sau gemütlich. Die Restaurants sind ganz leer, nur ein paar Katzen setzten sich dazu. Und dann ist da auch noch der Seppi. Seppi ist der netteste Esel denn ich kenne und unsere tägliche Wandermotivation. Das Hinterland von Preveza ist nicht so schön, aber am Ende der Runde wartet Seppi auf uns. Er hat eine große Wiese mit schattigen Olivenbäumen für sich, ist aber sonst ganz alleine. Nicht so schön für einen Esel. Am Anfang war er noch sehr zurückhaltend, aber Andrea hat ihn mit Möhren und Äpfeln bestochen. Nach dem dritten Tag kommt er laut schreiend angerannt sobald er uns hört. Ein super Typ, der Sepp.

Tja, und dann müssen wir tatsächlich raus aus dem Wasser. Bitter. Das Coppercoat sieht aus wie neu. Nicht ein Furz Bewuchs nach 4 Monaten. Super. Nur zwei Tage bleiben wir noch dann ab nach München zur liebsten Schwiegermutter und ein paar Tage später nach Berlin und Usedom. Freunde besuchen, Meeresrauschen hören und Basketball von Profis anschauen.

Jetzt sitz ich hier wieder in der Klosterneuburger Novemebersuppe und logisch…bin rotzerkältet. Niemand fängt sich so schnell nen Schnupfen und leidet dann so sehr wie ich. Nicht umsonst war einer meiner Spitznamen als Kind “Schnufti”. Es war dann aber gar kein Schnupfen, sondern das Drecks Corona. Na ja. Braucht auch keiner. Vielleicht kauf ich aus lauter Frust einfach mal nen neuen Anker. Da gibts einen der soll ganz supi sein :)….

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Sie fischt…

…und fischt und fischt und füttert auch mal Katzen. Ganz klar das wichtigste Thema seit dem letzten Eintrag . Aber erst mal muß ich zugeben, dass ich ein fauler Hund bin was das Blogschreiben anbelangt. Da kommt es schon vor, das man das eine oder andere vergisst was man erlebt hat. Zum Beispiel machen wir ja neuerdings überall unsere Spaziergänge…und auch jeden Morgen Sonnengebet auf unserer Terrasse und so. Wichtig, weil wer rastet der rostet. Ist klar. Auf unserer Runde in Lakka auf Paxos, Griechenland sind wir dabei das erste Mal von einem Haustier gestellt worden. Es gab fast kein vorbeikommen. Das Tier ist blitzartig aus der Einfahrt rausgeschossen (nicht angeleint!) und hat uns knurrend und zähnefletschend zurückgetrieben. Ich hab die doofe Gans dann sachte mit dem Fuß zur Seite schubsen müssen (nicht getreten ehrlich) aber sie hat uns noch mindestens hundert Meter laut schimpfend verfolgt. Hat ihren Job ernst genommen. Leider gibt es kein Foto, wir waren zu sehr unter Adrenalin.

Jetzt habe ich natürlich auch vorgegriffen. Wir sind nicht direkt von Split nach Griechenland gesegelt. Vorher gings noch nach Vis (Wanderung zu U-Boot Bunker. Saucool, man darf in dem alten Bunker festmachen und in den Stollen rumlaufen. Da sind die Kroaten entspannt) und über Sveti Klement, das erste mal mit dem neuen Spinnaker!, nach Hvar (Wanderung zu einer Ziegenfarm. Esel gabs auch. Andrea im Glück). Sveti Klement ist eine kleine Insel im Westen von Hvar und -echt wahr- ein Traum. Wunderbare Buchten und traumhafte Pfade. Alles ganz liebevoll gepflegt. In unserer einsamen Ankerbucht hat zum Beispiel jemand aus Treibholz Bänke und Plattformen mit Dächern gebaut. Einfach so.

Von Hvar wollten wir eigentlich nochmal nach Korcula. Eigentlich, denn es wäre Zeit gewesen bis es nach Griechenland geht. Aber es ist irgendwie auch das Schöne beim Segeln, das man das halt nicht alles exakt planen kann. Wenn der Wind nur zwei Tage mit Dampf in die richtige Richtung weht, bevor er 10 Tage von Vorne die Überfahrt unmöglich macht, dann fährst Du halt los. Kurz vor Dunkelheit haben wir in der Marina Korcula noch angelegt um die Tanks zu füllen und dann ab Richtung Süden. Den Sprit hätte es gar nicht gebraucht. Wind von achtern war mehr als genug. Mit Schmetterling haben wir im Schnitt 8 Knoten gemacht. Kurz vor der Düse von Otranto mal 16 Knoten Spitze, das ist dann schon spuki.

Nach zwei Tagen und Nächten, so ca., und ganz schön vielen Seemeilen (mit ordentlich Logbuchschreiben halt ich mich doch nicht auch noch auf) haben wir den Anker in die Bucht von Corfu Stadt geschmissen. Die Überfahrt war extrem ruppig und wir ganz schön groggy, also haben wir beschlossen hier mal ne Woche zu chillen. Ist eh ein wunderbares Städtchen. Toll an der Gleda ist, das sie einen hohen Wiedererkennungswert hat. Sonst hätten wir nicht Freunde von Marcel aus der Werft getroffen, die hier ein paar Tage Urlaub machen und das einzige nicht weiße Schiff in der Bucht sofort erkannt haben. Saunett.

Und hier ist es dann auch losgegangen. In Split hat Andrea im Decathlon ein Anfängerangelset gekauft und die Angel jetzt einfach mal reingehalten. Zack… Dorade dran. Wieder rein und zack.. nächste Dorade dran. Als wärs nix. Jetzt ist sie im Fieber. Auf der Überfahrt nach Paxos dann das erste mal mit Blinker und Schleppangel. Zack.. eine Fregattmakrele. Blinker ist kaputt, aber egal. Dann halt nur mit Blei und…genau zack die Zweite. Auf der Überfahrt nach Lefkada dann eine Goldmakrele. Während ich hier schreibe fischt sie wieder. Das erste mal das in einer Bucht nix beißt. Vielleicht ist ja schon alles leer.

In Lefkas haben wir noch einen Platz am Stadtkai erschlichen. Erschlichen, weil wir da vier Tage umsonst gelegen sind. Ich dachte wenns was kostet in Griechenland, dann kommt schon einer. Kam auch, aber da haben wir gerade die Leinen losgeschmissen und er konnte nur noch winken. War also günstig. Und in Lefkas lebt unsere alte Freundin Nathalie (so alt wie wir, aber wir kennen sie schon lange) am Berg über der Stadt und wir haben sie noch nie besucht. Mit dem Mietauto sind wir los. Sie hat uns eine Wegbeschreibung und einen Maps Standort geschickt. Wäre aber nicht sicher mit dem Standort zu navigieren. Da am Berg kann Google Maps das nicht. Ich denk mir Quatsch, schalte Google Maps ein und los gehts zur Nathalie. Von großen Straßen geht es auf kleine Straßen. Von kleinen Straßen auf Feldwege und dann auf Feldwege die eng sind mit tiefen Löchern. Es wird sehr einsam. Man vermutet hinter jeder Biegung den Räuber Hotzenplotz mit der Pfefferpistole. Ein Jeep wäre jetzt das Minimum, mir tut der kleine Japaner leid. Irgendwann verengt sich der Weg zu einem Fußpfad. Es hilft nix. Zähneknirschend drehen wir um. Zurück auf los – und das war dann echt peinlich. Denn anstatt eine Stunde über Stock und Stein wäre es nach der old School Beschreibung 15 min auf bestem Asphalt gewesen. Aber wir haben Nathalie gefunden. Sind zusammen über die Insel und haben es sogar geschafft noch ein Basketballspiel der dritten griechischen Liga anzusehen. Qualität und Hallengröße etc. ist exakt gleich mit der ersten österreichischen Liga. Nur heißt die Liga hier “Eliteliga” und in Österreich “Superliga”. Na ja, Fake it till you make it.

Das Fischfieber treibt uns dann noch mal nach Paxos, weil auf der Überfahrt hinwärts hat ja der Mahi Mahi angebissen. Diesmal geht mein Verpflegungsoffizier leider das erste mal leer aus. Weiter geht’s jetzt auch erst mal nicht, da draußen der Scirocco mit 30 knts pfeift. Also wandern wir von der Mongonissi Bucht über Paxos. Gefällt uns wie alles bis jetzt sehr gut. Wir sind da einfach gestrickt, uns gefällts fast überall.

Draußen tobt der Scirocco.
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Ein neues Mäntelchen

Wir sind auf dem direkten Weg nach Split gesegelt und machen nur kurz in ein paar besonders schönen Buchten halt. Andrea bläst die Nebelhornmuschel von Luca und alle machen den Weg frei. In Split bekommt Gleda ein Mäntelchen für den Steuerstand und ein neues Sonnensegel. Der Bootssattler ist uns ja aus Deutschland empfohlen worden, weil kein Italiener sich erbarmt hat mit UV stabilem Garn zu arbeiten. Und man merkt auch sofort den Profi. Zur Vermessung des Schiffs bringt der gute Mann ein Gerät für 40.000 Euro mit. Dieses muss erst mal im Kajak an Bord gebracht werden, wird dann ganz wacklig an den Enden der Kufen aufgestellt und fängt dann an zu drehen, surren und blinzeln. Am Ende hat man ein millimetergenaues 3D Bild der Gleda. Nix mehr Maßband. So was wäre vor 30 Jahren bei der Hauptvermessungsübung in der Uni nett gewesen. Klick-Fertig.

Split ist… nett, wie halt alle kroatischen Küstenstädte. Alles sehr ähnlich. Wahnsinnig historisch, wahnsinnig viele Menschen. Je näher zum historischen Zentrum, desto mehr Disneyland und GOT. Da stehen dann auf einmal römische Soldaten mit links und rechts nem Touristen im Arm. Das selbe in Trogir. Eine kleine Stadt Stadt 20km nördlich. “It’s literally, like amazing” hört man immer wieder, aber für mich, ganz im Ernst, nur um fünf in der Früh. Zum Ausgleich fahren wir ab und zu in den Baumarkt (BAUHAUS). Wenig Leute, kühl und irgendwie heimelig. Was lässt sich noch über Split sagen? Der durchschnittliche Bürger ist Fan von Hajduk Split, hört gerne sehr laut kroatische Volksmusik (auch gerne Live bis um vier in der Früh) und ist sehr sportlich. Überall wird gerudert, gejoggt, geschwommen, gefußballert und Boule gespielt.

Ach ja…und ich ess echt gerne Croissants zum Caffè. In Kroatien ist das so: Es gibt keine Croissants im Caffè, oder es gibt welche – aber dann sind sie gerade ausverkauft. Man muss sie also selber mitbringen. Und was die Bäckereien da als Croissant anbieten, dafür braucht es schon sehr viel frühkindliche Prägung und Gewöhnung. Die einzige Rettung; LIDL. Ehrlich, Formidable… das so nebenbei. Danke LIDL.

Also, da die Podverkleidung mindestens 3 Wochen braucht (Betriebsurlaub, Stoffe kommen aus Italien), haben wir Zeit für einen Familienausflug. Der Vater von Nicole (die Frau von Andreas Bruder Tom) wohnt in Makaskar. Da fahren wir hin um Tom und unseren Neffen Leo an Bord zu nehmen. Goran (Nicoles Vater) ist bekannt in der Stadt und wir haben einen spitzen Liegeplatz direkt unter seiner Wohnung. Wir müssen nur eine Nacht zahlen und können liegen bleiben so lange wir wollen. Hört sich zu gut an um wahr zu sein? Dann ist es das auch. In der “Zeit” war gerade ein Artikel: “Wird Kroatien das neue Malle?”… und im Fall von Makaskar muss man sagen: Ja unbedingt. In der Nacht liegen die Partyboote zu fünft auf Päckchen und jeder spielt seine eigene Musik auf Volldampf. Um das zu übertönen kommt aus der Bar direkt am Liegeplatz kroatische Volksmusik Live mit doppelter Lautstärke. Und vor 4:30 ist hier nicht Schluss – Ehrensache. Wir feiern natürlich volle Kanne mit – Kleiner Scherz! Wir alten Leute packen Tom, Leo und eine Riesen Angelausrüstung ein und machen uns auf die Suche nach ganz ruhigen Buchten und den ganz ganz großen Fischen.

Gleda trägt uns durch die Adria mit von Leo bestellter Nachtfahrt von Hvar über Korcula, Lastovo, Vis zurück nach Hvar und Makarska. Tom, als ehemaliger Vorschoter zupft unsere Segel optimal und wir machen sogar gut Strecke gegen den Wind. Die ganz großen Fische haben wir nicht gefangen, aber viele kleine(re). Geschmack – Sensationell. Die Gleda hat auch ganz prima wie ein Fischerboot gerochen, da Leo unermüdlich war. Entweder mit der Angel in der Hand oder mit der Taucherbrille nach Muscheln suchend. Von fünf in der Früh, bis spät in die Nacht. Kinder sind so cool. Es war so schön endlich mal Zeit zusammen zu haben und ich vermisse jetzt die Abende an denen Leo uns am Ankerplatz unter den Sternen Harry Potter vorgelesen hat. Lieber Tom, lieber Leo, ihr wart die ersten Gäste und es war toll. Hoffentlich kommt ihr wieder.

Wir wären gerne noch in Makarska geblieben, aber selbst wo ein Wille ist…es geht halt echt nicht. Nach einer Nacht bist Du weichgekocht. Und daher – Obwohl der Wetterdienst Split starke Bora für die nächsten vier Tage mit Windspitzen um die 80kn (wie Capital Bra sagt: “Das ist kein frischer Wind, das ein Hurricane”) am Fuß des Biokovo (der Berg hinter Makarska) vorhersagt machen wir uns auf den Weg nach Brac. Goran meint die Uvala Rasotica im Osten ist Bora sicher und er hat natürlich recht. Zwei Boote können sich 1a in die tiefe Bucht mit den beiden Endarmen krallen. Wir haben zum Anker 6 Landleinen draußen aber es bleibt in der Bucht relativ harmlos, selbst als draußen die Bora tobt und Makarska kaum noch hinter fliegendem Wasser sichtbar ist.

Nach vier Tagen lockert der Sturm seinen Griff und wir dümpeln zurück nach Split. Das Mäntelchen und Sonnensegel wird angepasst, wir wandern jeden Tag 15 Kilometer durch den wunderschönen Marjan Park um die schwere mediterrane Kost abzuarbeiten. Also ich denke, zumindest es fällt unter mediterrane Kost, wenn man hier beim LIDL Weißwürste mit original Händelmaier Senf und spitzen Bretzen bekommt, oder? Also LIDL ist doch echt Hammer. Bayrische und französische Küche!

Hier die Bilder von der Verkleidung. Gleda ist jetzt wirklich fertig. 🙂

Ach ja… wo wir gerade sind kann man unter dem Link oben “Jawosamma” verfolgen.

2 Kommentare

Juhuuu, oder alles läuft absolut exakt wie geplant.

Yes, Yes, Yes!!!! Arme in die Luft werf. Wir sind im Wasser. Unfassbar. Endlich. Es ist fast surreal nach so langer Zeit in der Werft. Monatelang war –zumindest ich- nirgends anders als am Bauplatz. Es kommt mir ein wenig so vor wie die Flucht aus Alcatraz. Es ist dann natürlich alles gut gegangen. Der Tiefenmesser ist dicht, was erstaunlich ist. Dicht machen ist nicht meine Spezialdisziplin. Wer den Siphon im Bad von uns mit dem 3kg Dichtmasseknödel kennt, der weiß was ich meine. Jetzt liegen wir in der Stella und können unser Glück nicht fassen. Danke Alex für das Video, danke Connor für die tollen Fotos 🙂 Ich selber war so nervös, hab nix dokumentiert. Aber es war toll, alle waren da. Connor, Valeriya, Marcel, Alf, Peter und Peter, Alex und sogar Luca unser ehemaliger Kraner und Werftspezl hat sich Urlaub genommen und eine Flasche Schampus gebracht. Danke dass ihr dabei wart.

Also, soweit alles genau nach Plan. Den weiteren Ablauf hatte ich so geplant:

Wir fahren die Stella runter ohne aufzusitzen (Habe ich bei der Hinfahrt erledigt). Check

Ich verlasse heimlich die abgesteckte Fahrrinne in der Lagune um die Aufmerksamkeit der Crew zu testen. Test bestanden. Bei nur noch 1.5m Wassertiefe fällt Andrea auf, das die roten Markierungen auf einmal links statt rechts von uns sind. Wir schaffen es noch locker zurück. Check

Sobald wir das offene Meer erreicht haben wollte ich eine Boje mit einer der Motorgondeln rammen um zu testen, ob der neue Arretierhebel für die Boxen massiv genug ist. War nicht leicht eine zu finden, hat dann aber doch geklappt. Es hat wunderbar einen ordentlichen Schlag gegeben und der Hebel hat gehalten. Super. Check.

Dann kamen die Seatrials. Um das Boot unter widrigen Umständen beurteilen zu können, wollte ich mindestens ein Gewitter und eine starke Bora bei Nacht erwischen. Das gelingt nur durch exzellente meteorologische Planung. Das Gewitter kommt dann mit perfektem Kurs nach Umag genau über uns drüber. Ohne Segel machen wir fast 8 Knoten Geschwindigkeit. Wir sind zufrieden und die Gleda ist sauber.

Dann liegen wir drei Tage an der Mooring in Umag um auf die Bora zu warten (leichte Planungsschwäche). Aber jetzt lustig: Wir gehen in Umag Einkaufen und da sitzen doch glatt Bekannte aus Kloburg beim Kaffee. Und noch lustiger. Die machen hier nicht etwa Urlaub, sondern sie haben sich ein Schiff gekauft um damit die Welt zu bereisen. Macht anscheinend jeder. Ein 14m Pott, ganz anders als die Gleda. Mit Waschmaschine und Tauchkompressor. Auch cool.

Nach drei Tagen dann der Härtetest. Wir legen morgens ab damit wir um ca. drei Uhr Nachts die Bora in der Düse der Kvarner Bucht erwischen . Der Wind kommt erst aus West, schläft ein und dreht dann blitzartig auf Ost. Gleda beschleunigt von 1 auf 14.5 Knoten in 20 Sekunden. Na bumm. Ich finde das kann sich sehen lassen und langt erst mal. Wir reißen Haupt und Vorsegel runter und fahren nur mit der Fock und 8-9 Knoten Speed Richtung Ilovic. Alles kracht hämmert und scheppert. Die Wellen sind -glaub ich- sehr hoch. Kann ja nix sehen, ist stockfinster. Aber ab und zu stecken wir in eine Kreuzsee. Das ist wie gegen die Wand fahren. Und jetzt mal ein Riesenlob an die Crew. Andrea ist sowas von tiefenentspannt und das obwohl sie auch noch gerade das Rauchen aufhört. Also fetter Respekt, weil eine Kaffeefahrt war das nicht.

Ja ok… Ironie aus. Hat ja eh jeder gemerkt, dass ich hier ein wenig geschwindelt hab (oder wie meine liebe Schwiegermutter sagt: “Da hab ich einfach eiskalt gelogen”). Aber ich weiß auch nicht wie ich weitere Skippervergehen schönreden soll. In Ilovic mussten erst mal dringend die Wanten und halt auch das Vorstag durchgesetzt werden. Die Masten haben bei dem Trip wie verrückt gearbeitet und unter dem starken Wind und Wellengang haben sich die neuen Wanten stark nachgedehnt und gelockert. Also nachspannen…So, was soll ich sagen. Ich hab fast den Vormast umgeschmissen. Beim Versuch ein neues Spannseil einzusetzten (Details erspar ich) hab ich das alte das die Fock hält äääätwas gelockert. Hab ich auf der Werft ja auch mal gemacht. Ich wusste ja der Mastfuß wird durch eine fette Schraube gehalten die in einer einepoxierten Langmutter im Mastfuß befestigt ist. Und genau. Es macht einen Schlag. Die Mutter bricht aus und der Mastfuss springt nach vorne. Er sitzt so gerade noch auf seinem Podest. Wenn er runter wär… Jessas. Mast und Schotbruch, hat mir glaub ich irgendein Sauhund gewünscht. Der wär auf jeden Fall zur Verantwortung gezogen worden. Oh Gott. Aber Glück im Unglück. Wir haben sofort mit Taljen das Vorstag wieder durchgesetzt. Ein Loch in den Mastfuß gebohrt und ihn mit Winsch und Talje und einem Dyneemaseil wieder zurückgeholt. Mehr Glück als Verstand. Und natürlich war das schon doppeltes Glück. Die Schwachstelle mit der Mutter hätte ich nicht mitten auf dem Ozean finden wollen. Jetzt wird der vordere Mastfuss durch ein fettes Dyneemaseil gesichert (später kommt da eine Gewindestange durch) und der hintere hat jetzt ein Brett vorm Kopp und kann auch nicht weg. Big Uff. Bilder von dem Bora und Mastdrama hab ich keine. War einfach zu viel Action und auch zu dunkel.

Ansonsten war es schön in Ilovic. Wir sind jetzt auch echte Profiangler. Na ja, fast. Ein uralter Fischer hat uns in der Früh zwei Wolfsbarsche verkauft und Andrea hat sie mutig ausgenommen (das erste Mal). Und ich hab mutig zugeschaut. Andrea hat die beiden dann in unseren Offen gepackt. Sensationell. Wirklich. Danke dem Koch. Und danke auch, das Andrea die Last von meinen Schultern nimmt als Einziger Fehler zu machen. Beim Ablegen steht sie am Bug und reißt and der Mooringleine, die auf Slip an der Boje ist. Klemmt irgendwie. Nach dem Motto: Mit Gewalt geht alles und einem beherzten Ruck kommt die Leine auch super frei. Andrea bewegt sich waagrecht in der Luft nach hinten, bleibt kurz verblüfft schauend in der Luft über dem Wasser stehen (wie der Coyote beim Roadrunner) und taucht dann stilvoll ein.

Jetzt sitz ich wieder bei Nacht unter Segeln auf der Gleda und tippe. Andrea schläft. An Backbord zieht ganz langsam Dugi Otok vorbei. Der Wind kommt genau von hinten und wir dümpeln ganz gemütlich unter Schmetterlingssegeln und 3 Knoten dahin. So soll das sein. Und solange wir dazulernen wird alles gut. Das Bild ist natürlich wo es noch hell war.

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a bissi aufregend…

Es ist jetzt klar. Als Segler bin ich noch grün hinter den Ohren. Und da muß ich mich schon für schämen. Vor zwei Wochen habe ich das letzte Mal Coppercoat geschliffen – vor zwei Wochen! Ich reinige mich ja wirklich jeden Tag, aber wohl nicht voll umfassend. Andrea ist dann eines Tages aufgefallen, das mein Ohr innen grün schimmert. Was soll ich sagen.. ich hatte immer noch eine wunderschöne Kupferoxidschmalz Patina in den Ohren. Na ja: Schwamm drüber, hahaha.

An dieser Stelle möchte ich auch auf ein zugerufenes Feedback von Alf das mich auf dem Weg zur Toilette erreicht hat (ein Leserruf?) eingehen. Das war ungefähr so: “He Alter! Hast Du mein Schiff Syphillis genannt?” Er hat dabei aber noch freundlich gelacht, sonst hätte ich etwas Angst gehabt. Und ich glaub das hab ich wohl auch in einem alten Eintrag gemacht. Also zur Richtigstellung: Das habe ich nur geschrieben um Pepp in den Beitrag zu bekommen. Von Syphilis oder Physalis war nie wirklich die Rede und ich möchte mich in aller Form und vollumfänglich Entschuldigen. Das Schiff heißt jetzt -sehr schön- EOS.

Ansonsten geht es rasend schnell dem Ende entgegen. Dem Werftzeitende. Irgendwie möchte ich auch gar nicht mehr über Arbeitsfortschritte schreiben. Der Blick ist nach vorne gerichtet, auf neue Horizonte. Also ganz kurz… die Elektrik, die Motoren, die Steuerung, laufendes Gut, Gas, etc sind eingebaut und tausend andere Dinge. Da müssen ein paar mickrige Bilder herhalten. Wir arbeiten nur noch am Feinschliff.

Es ist so ein bisschen wie beim Abi. Man arbeitet lange drauf hin, und dann hat man es auf einmal und man fragt sich …was jetzt. Tja…jetzt müssten wir dann erst mal ins Wasser. Da die Werft aber innerhalb von zwei Monaten drei Kraner “verschlissen” hat gibt es derzeit keinen ausgebildeten Kranfahrer. Es spielen sich abenteuerliche Szenen beim Kranen ab, Schiffsschaukel Hilfsausdruck. Irgendwie wird es gut gehen, aber a bissi nervös sind wir jetza doch. Am 21.7 (nächste Woche!) haben wir einen Termin, also Daumen drücken.

Ach ja… eine lustige Anekdote noch zum Schluss. Wir sitzen mit anderen Leuten von der Werft in der Kneipe und die haben auch einen Freund dabei. Im Gespräch fragt der uns was für ein Schiff wir haben. Wir: ne Tiki 38. Er: Kenn ich hat mein Bruder auch mal gebaut. Jetzt muss man erwähnen, das wir manchmal zurückdenken an einen Automechaniker in Sixthaselbach, der uns vor 30 Jahren mal was repariert hat. Der hat uns damals ganz Stolz gezeigt, das er sich ein Katamaran baut. Wir fanden das lustig, aber leider hat der Funke nicht übergeschlagen. Aber wir denken uns immer…das muss ein Wharram gewesen sein, was sonst. Konnten den Typ aber nicht mehr finden. Also darauf Andrea: Hahaha, aber der kommt nicht aus Sixthaselbach, oder? Er: Doch!. Wie cool ist das. Wir haben den Bruder dann gleich angerufen. Er hat sie fertig gebaut, drei Jahre gesegelt und sich dann mit einer Olivenbaumplantage in Kalabrien niedergelassen. Ist eh klar: Da fahren wir noch dieses Jahr hin.

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A Mast is a must

Es regnet… Endlich Zeit den Beitrag fertig zu schreiben. Ansonsten geht die Arbeit vor. Denn gestern wurde uns fröhlich von der Werft mitgeteilt, das aus Personalmangel den ganzen August nicht gekrant wird. Damit ist unser Puffer dahin und wir müssen Ende Juli fertig sein. Mal sehen.

Mitte Mai hat’s schon mal zwei Wochen am Stück geregnet. Ich hab dann aber brav mein Sonnengebet gemacht und immer den Teller leer gegessen. Und da bin ich jetzt schon stolz, es hat geholfen. Die Sonne scheint seit dem fast immer. Der Regen wurde genutzt um mit der mit der Elektrik anzufangen. In der Steuerbordkabine kann man schon ein Probelicht kurzschließen (schön oder?). Einige Kabel sind in Schutzrohren und neu gebauten Kabelkanälen gezogen, Befestigungen für Solarpanele und andere Geräte vorbereitet. Ansonsten muss auch erst mal viel nachgedacht werden. Wo sollen die Kabel laufen? Wo bohrt man Löcher und wo lieber nicht?

Als ich auf der Suche nach guten Kabelwegen unter unserm Bett gelegen bin, ist mir aufgefallen: Das hängt ganz schwer (2cm) in der Mitte durch. Ohne das zu Wissen war Schlafen kein Problem. Jetzt wo ich das gesehen habe, roll ich immer in die Mitte. Komisch. Vielleicht ist es ein Quanteneffekt. So lange ich nicht hingesehen habe war das Bett krumm und gerade gleichzeitig. Als ich hingeschaut habe hat es sich leider für krumm entschieden. Die Träger müssen jetzt alle verstärkt werden.

Ein gutes hatte der Dauerguss auch. Es war ein Härtetest für die beiden Fenster die man öffnen kann. Einstimmiges Urteil: Nicht bestanden. Bei näherer Betrachtung wird klar, dass Undichtigkeit bei diesen Fenstern ein eingebautes Feature ist. Die können konstruktionsbedingt gar nicht dicht sein. Ohne jetzt hier ins Detail zu gehen… Spitzentechnologie vom Feinsten ist das nicht. Die Lösung: Beide Fenster bekommen ein Dacherl. Jetzt sind sie so gut geschützt, das man sie sogar bei Regen offen lassen kann. Und das Design schaut doch auch hammer aus, oder?

Coppercoat ist fertig und zwar nicht 100% perfekt!! Juhuu…Ich habe zwei mini Durchschleifstellen gelassen und da klopf ich mir natürlich auf die Schulter. Das war eine echte Riesenbaustelle. Alleine das Anschleifen mit 180er hat eine Woche am Stück mindestens gedauert. Pfuh. Es kamen leider immer wieder schlecht verglaste Stellen zum Vorschein, die ich wohl bei meiner ersten Rumpfüberholung übersehen habe. Da half alles nix. Wir mussten sowieso noch mal die Fehlstellen mit 80er aufmachen und neu streichen. Vier Tage Vorbereiten und ein Tag streichen für uns beide. Frisches Coppercoat darf übrigens nicht naß werden. Logo das Abends Gewitter kamen wo Morgens keine angesagt waren. Also haben wir alles abgeklebt und gezittert und sind tatsächlich ohne Schaden davongekommen. Wer denkt, das Boostbau ein stressfreies Hobby ist… Dann alles noch mit 400er polieren und schon fertig. Nach der ganzen Arbeit muss das jetzt aber so was von super funktionieren! Ich hoffe die Muscheln zittern schon vor uns.

Ja und natürlich das Highlight. Wie der Titel schon spoilert – die Masten stehen wieder. Wie schön das aussieht! Vorher wurden die Püttinge wieder angeschraubt, Kabel gezogen, Lamperl und Antenne montiert, Wanten befestigt und gesichert, alle starren Blöcke am Masttopp gegen drehbare ersetzt, Fallen eingezogen etc. Hier mal ganz viele Bilder, weil es ist einfach ein Genuss.

Und jetzt das schönste Bild ganz am Schluss. Ein vollständiges Schiff. Gestern haben Andrea und ich die Ruder aufgehängt. Ordentlich fest gespannte Seilscharniere. Einer hat gepullt, der andere mit Holzkeilen gesichert. Immer schön eine Schnürung auf links und eine auf rechts und alle Löcher mit Pantera verklebt, damit die Ruder nicht seitlich wandern können.

Wunderschön

Es gibt da auch immer wieder die Kategorie der Dinge, mit denen man einfach nicht glücklich ist und ständig nachdenken muss wie man das verbessern kann. Die momentane Lösung ist entweder hässlich oder unpraktisch oder beides. Man grübelt in der Nacht, oder unterhält sich mit anderen (immer empfehlenswert!) Und plötzlich ist sie da, die elegante Lösung. Jedes mal ein befreiender Moment. Die Top 4:

  • Der Stauplatz für unser Beikajak (also Beiboot, das bei uns ein Kajak ist). Auf ein Gummiboot mit noch einem Aussenborder haben wir verzichtet (haben wir noch nie benutzt bei all unseren Segeltörns). Stattdessen haben wir ein SitOnTop Doppelkajak. Auch nicht super leicht. Aber robust und groß. Erst sollte sein Platz quer hinter dem Cockpit sein. Leider laufen da auch alle möglichen Steuerseile. Nicht ideal. Auch das Gewicht sollte nicht da hinten sein. Peter von der Rishu Maru hat dann lapidar gesagt wir sollen es an die Seite hängen. Genial. Da ist es gewichtsmäßig in der Mitte, geht Null im Weg rum. Zum fieren haben wir sogar zwei Fallen am Hauptmast, die nur Ersatz sind.
  • Die Führung des Hauptfalls. Das läuft normalerweise ins Cockpit rein. Blöderweise muss dann eine Öffnung in die regendichte Verkleidung gemacht werden (nicht mehr regendicht). Auch sonst gibt es für Fallenstopper und Umlenkblöcke keinen richtigen Platz. Jetzt wird das Fall am Dach geführt. Ich glaub auch da war eine Diskussion mit Peter im Spiel. Ein richtiger Schlaumeier.
  • Die Position der Vorsegelwinschen. Waren erst vorne am Cockpit geplant. Das gibt aber echte Stolperfallen und Leinenkreuzungen mit den Vorsegelschoten und … es muss ein Loch in die Verkleidung. Also sind die Winschen auf die Kabinendächer gewandert. Alles gelöst.
  • Der Montageort für das Radar. Geht nur am Dach, oder auf eine ganz hohen Stange (die ich nicht will) oder evtl. ganz oben am Mast (da bin ich mir aber nicht so sicher mit unseren Spezialsegeln) . Es ist auch noch riesig und voll hässlich auf dem Dach und eigentlich gar nicht Wharrammäßig. Die Lösung: War eine Schnapsidee, wir lassen es weg. Kann einer ein Radar brauchen?
  • und das Dacherl für die Fenster gehört hier eigentlich auch rein…

Was gibt’s sonst zu berichten? Andrea und ich machen jeden Tag einen Paddelausflug mit dem neuen Kajak, Den Fluß ein Stückchen rauf, unter Trauerweiden durch, bis zu einem Kaffee am Wasser. Wie Urlaub 🙂

Sobald es dunkel wird haben wir hier ein Wildgehege. Füchse, Hasen und Fasane laufen am Schiff vorbei (selten gemeinsam). Süß sind die Igel, wenn sie mit ihren kleinen Tippelschritten über die Betonplatte rennen. Wir wussten aber schon länger das es da auch irgendwas mächtigeres geben muss. Etwas das ein zerfieseltes halbes Händl (das Andrea für die armen abgemagerten Füchse am Zaun abgelegt hat) komplett mit Knochen ratzeputz schnupft. Marcel hat es jetzt gestellt. Bzw. es hat Marcel gestellt. Beim nächtlichen Wasserlassen stand neben ihm auf einmal ein ausgewachsenes Wildschwein. Leider gibt es kein Foto. Marcel war zu sehr beschäftigt in Sekundenschnelle Fluchtruten im Kopf durchzugehen – Zur Leiter rennen? Zu weit! Auf den Elektrokasten springen? Nicht hoch genug! Niederringen? Quatsch! Der Sau war das eh wurscht. Sie war ja auf Hendlsuche und hat Marcel daher rechts liegen lassen (sie stand links von ihm).

Und wir sind auch schon wieder einer weniger. Die beiden Toms haben die Toru ins Wasser geschmissen und uns verlassen. Mir scheint alles strebt auseinander… Also nicht nachlassen. Weiterhackln.

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