Warte mal schnell – auch so ein süddeutscher Ausdruck. Das versteht kein Norddeutscher und auch kein Polynesier, weil die warten hier nicht schnell (kurz) sondern ausdauernd. Auf jeden Fall wurde uns gesagt: „Lange müsst ihr nicht auf das Versorgungsschiff warten. Kommt am 15.“. Wir freuen uns. Da kommt Obst, Gemüse, Joghurt, Cornedbeef. Lauter Basics halt. Am 15. starren wir mit dem Fernglas zum Pass… aber: kommt kein Schiff. Wir fragen im Dorf nach: „Ja das Schiff kommt am 21. Lange musst du nicht lange warten“. Aha. Wind ist eh kacke, also bleiben mir halt noch a wenig. Ist ja super hier. Nette Leute, spitze schnorcheln, no Stress. Am 21. dann komm ich mir vor wie in dem „Taxi“ Lied von DÖF, bzw. in dem Komik von Ralf König. Das Komik ist Kunst… das Lied naja, kennt das noch einer (https://www.youtube.com/watch?v=BJN5dP4y5gw)? Für uns geht das so:

„Ich steh in der Hitzn und wart auf a Schiff aber es kommt ned. Ich wart auf des brummen von am Schiffsdiesel, aber es brummt ned. Und die Leute im Dorf die sagen zu mir: „Wart am Pier, das Schiff, das ist in drei Tagen hier!“
Also bitte…Andrea ist ja Optimist und sie freut sich sooo aufs Einkaufen. Also warten wir noch drei Tage. Und jetzt ist das schon selten, das ich mit meiner angeborenen Vorsicht gegenüber dem Optimisten einen Vorteil habe und tatsächlich ist das Schiff ja auch gekommen und Andreas Freude war Riesig und sie hat im Kopf Einkaufslisten entworfen – bis wir dann mit großen Taschen durch die Tür des Opareke Market geschritten sind. Alles wie immer. Kein Gemüse, kein Joghurt, kein gar nichts. Die Verkäuferin meint, das ist normal, man weiß nie was das Schiff bringt. Aber! in drei Tagen kommt das nächste Schiff und das hat dann bestimmt was. Da rollt meiner kleinen Superoptimistin tatsächlich eine Krokodilsträne über die Wange und das ist nicht schön. Na gut, dann sollen sie halt mal sehen wie sie ohne unseren Konsum klarkommen. Wenn die glauben sie können uns verarschen, dann sind sie nämlich genau bei den Richtigen gelandet. Das lässt ja sogar die Deutsche Bahn in Vergleich gut aussehen. Zum Abschied noch ein paar Bilder. Wir waren eh lange in dem Örtchen. Zum Abschied singt der Altbürgermeister Michael (79) noch ein Ständchen und seine Frau Moa hängt uns Blumen um, das entschuldigt jeden Versorgungsengpass. Die haben uns einfach mitgenommen wie Andrea weinend vor dem Supermarkt saß. Moa hat das im Vorbeifahren gesehen. Michael musste ne Vollbremsung (10km/h, Bremsweg 100m) machen und dann ist Moa aus einem vollkommen verrosteten Ford Fiesta ohne Türen gesprungen, hat uns mit einem Schneidezahnlosen Lächeln ein Bier in die Hand gedrückt und gesagt: „Los einsteigen jetzt gibt’s Party bei uns zu Hause, hier soll keiner weinen“. Ja mei…die Südsee.





15nm weiter im Osten ist die nächste Ankerbucht. Lauter Freunde sind auch da. Benno, Marlene, Wild Cat Willie und die netten Schweizer von der Voyager. Und bumm… echt viele Haie. Mindestens fünf um uns rum beim Ankern. Wir sind da so a bissi mimimimi Hosenscheißer. Die sind auch echt groß. Nicht nur Schwarzspitz sondern auch die fetten grauen Riff Haie. Manche interessieren sich null was du machst, andere sind scho neugierig. Die kommen nah ran. Man soll sie anschauen, sich groß machen und selbstbewusst sein. Lol. Aber ich schwör, wir waren dann voll mutig und sind rein zu denen. Man gewöhnt sich mit der Zeit. Andrea hat Foto gemacht wie ich auf einem reite. Leider war irgendwas mit der GoPro nicht in Ordnung. Schade um das geile Foto. Dafür als Erstaz hier mal ein lustiges Korrallengesicht was Andrea gefunden hat. Sie hat sich fast verschluckt vor Lachen. Wir hätten der Muschel noch ne Zigarre zwischen die Lippen schieben sollen.



Soderla, zurück zur Versorgungsproblematik. Schon zwei Tage nach unserer übereilten Flucht vor Versorgungsenttäuschungen stellen sich echte Engpässe ein. Im nächsten Atoll gibt’s nämlich nix und …wir haben nix. Eine ungünstige Konstellation, sag ich mal. Vor allem Gemüse, Obst und …Zigaretten. Das fällt schon nicht mehr unter Basics, sondern eher Essentials. Als wir gerade grübeln ob wir wirklich 30km zurück gegen den Wind Motoren sollen, legt ein Motorboot mit einer Familie am Strand an. Die haben hier alle ihre kleinen Kopra Farmen. Ich muss den Mann nicht lange überzeugen. „Logisch“, sagt er :“Muss eh ein paar Langusten in die Stadt bringen. Du bringst das Benzin mit, dann warte ich und fahr euch zurück“. Ich nehm’s gleich vorweg. Ende gut alles gut. Schiff war da, Regale sind voll (sogar Joghurt) und Andrea liebt Motorbootfahren. Wir donnern mit 30km/h nach Osten. Es schüttet wie aus Kübeln. Die Regentropfen brennen im Gesicht. Herrlich. High Life.

So und dann gehts mit den Plänen dahin. Weiter solls gehen nach Tahanea,dann Fakarava. Da gibt es nämlich eine Perlenfarm, das wollte Andrea unbedingt sehen, und einen weltberühmten Tauchspot, die „wall of sharks“. Da ist eine Stelle, da stehen in ca. 20 Meter Tiefe hunderte Haie ganz ruhig in der Strömung. Der Anblick muss atemberaubend sein! Andrea meint, sie hätte sich vielleicht gar nicht getraut, wahrscheinlich wird sie dann doch langsam erwachsen, aber sie hätte gerne selbst entschieden… Das haben jetzt aber die Motoren für uns übernommen.
Weil…Zusammen mit unserer kleinen Seglergemeinde schaffen wir es noch bis Tahanea. Eine super Überfahrt. Das erste mal seit langer Zeit kommt der Spinnaker raus, damit wir in der Zeit für das Slackwasser im Pass bleiben.

Tja und dann… Beim Anker einfahren machts Bang und der Vorwärtsgang von einem Motor ist komplett weg. Der andere hat so eine 50% Chance das der Gang drin bleibt. Für die Strömungen in den Pässen ist das nicht so der Hit. Es hilft alles nichts, wir müssen direkt nach Tahiti und sehen das wir die Kupplungen/Getriebe der Suzukis repariert bekommen, da hilft auch kein Hilfsmechaniker mit Ehrenmedaille mehr. Vorsichtshalb habe wir uns abgesichert und von meiner Schwiegermutter auspendeln lassen ob wir gut durch kommen. Und ufff.. das Pendel sagt JA. Aber bei Fakarava sagt das Pendel NEIN. Hedi hat das ein paarmal nachgependelt und es blieb beim NEIN. Alles klar.
Wind passt, also sagen wir allen leise Servus. Benno und Marlene machen uns Kaffee und hmmm Kokos Palatschinken. Danke den beiden auch für das nette Foto von uns im Kajak. Connor hat das mal überarbeitet für die Variante der Weltumpaddelung. Lol. Wir nehmen noch einen Sundowner und ab…. Ich hoffe man sieht sich. Drei Tage, drei Nächte nach Tahiti in denen Andrea jeweils ein ganzes Buch gelesen hat, da muss sie jetzt mal pausieren, sonst kommt ihr Hirn ganz durcheinander, sagt sie.



Das der Blog schon fertig ist liegt am super Blogwetter. Es regnet seit vier Tagen in der Phaeton Bay in Tahiti. Wahnsinn. Ohne Pause. Noch ein Vorteil von dem Wetter. Die Largyalo, der größte je gebaute Wharram ist noch nicht abgefahren. Endlich treffen wir mal Petra und Berti, dürfen das Schiff bewundern und bekommen schon wieder Kuchen. Also so schlecht ist des ned so a Dauerregen.






















































































































































































