Auf a Halbe hat’s gerade noch geheißen… Und jetzt sind es mit gesegelten 19000 sm bereits zwei Drittel der Weltumsegelung. Wir haben gerade eine wirklich beeindruckende Strecke zurückgelegt. 2900 sm oder 5400 km – fast – nonstop von Fiji nach Tual in Indonesien in 26 Tagen. Ich würde trotzdem immer noch nicht sagen, dass wir rasen (das beschäftigt mich anscheinend, weil wir doch so entspannt sind). Obwohl, ein bissi gerast sind wir schon, aber das später. Der Pazifik liegt auf jeden Fall nach neun Monaten Segeln hinter uns. Während ich die ersten Sätze des Blogs schreibe, hängen wir an der großen Kaimauer in Tual. Die Muezzin singen, das Leben wuselt und ist chaotisch. Alles ist bunt, lecker, günstig und freundlich. Mir gefällt Asien jetzt schon. Die Entscheidung für mehr Asien, weniger Pazifik ist für uns ganz richtig gewesen. Uff, weil zurücksegeln geht nimmer, da würde die Besatzung meutern. Weil…eine Vergnügungsreise ist so ein Trip mit einem kleinen Boot mit nur 1m Freibord nicht. Und damit man dafür ein Gefühl bekommt hier zum ersten Mal ein detaillierterer Reisebericht:
10. August
Pack mas. Abfahrt Vuda Marina, Fiji. Eigentlich wollen wir ganz früh los, aber das günstige Wetterfenster für die Fahrt nach Westen hat noch andere Segler zum Check-out getrieben. Endlich wird kein Starkwind vorhergesagt. Alle Benzin- und Wasserkanister werden gefüllt, während wir auf Customs und Immigration warten. Ganz herzig: Zum Abschied singen die Angestellten der Marina noch ein Ständchen und verteilen Blumenkränze an die Crews.

Ganz smooth geht’s raus bis zum Riff und in die Nacht. Noch ist er still, der stille Ozean.
11. August
150 nm sind wir bereits von Fiji weg. Ruhige See. Andrea hat Wache, ich schlafe. Es ist auf einem Schiff wie bei einer jungen Mutter. Die schläft wie eine Tote, da kann das Chaos toben, aber wenn das Baby einen Mux macht… So ist es auf dem Schiff. Solange alles gleichmässig ist – kein Problem, aber jede kleine Änderung holt Dich aus dem Schlaf. Zum Beispiel Brandgeruch. Logisch, das ist der Supergau, wenn es brennt. Ich schrecke auf und schau raus: „Es brennt!“. Andrea hat es natürlich auch gerochen und alles gecheckt. Nicht bei uns. Der Wind muss einen Fiji Brand 300km zu uns getragen haben. Uff.
12. August
Wir beginnen mit unserem 5-Lieder-Workout. Fünf Lieder lang machen wir auf dem Wackeldeck Tanz und Gymnastik. Sonst tut dir vom Rumsitzen irgendwann alles weh. Andrea ist die treibende Kraft. Die Kühlung ist noch voll. Wir haben Obst, Gemüse, Eier, Joghurt. Die ersten Tage sind kulinarisch wunderbar.
13. August
Starlink ist ein Geschenk. Ständig aktuelles Wetter und Kontakt. Unfassbar, wie das die Sicherheit erhöht. Super Sach! Bei jedem Wetterupdate wird jetzt klar… es wird ruppiger. Wie ruppig ahnen wir noch nicht. Wir verschliessen die üblichen Luken, bei denen gerne mal eine Welle drübergeht, extra mit Tüchern um die Dichtung. Bei größeren Wellen steht auf dem Vorderschiff tatsächlich auch mal Grünwasser. Also auf Deutsch die Luke ist wie untergetaucht.
14. August
Es geht los. Wind in Boen bei 35 Knoten und drei Meter Welle. Wir fahren nur noch unter der kleinen Fock. Die Gleda macht trotzdem locker einen Schnitt von 7 Knoten. Wir versuchen ab und zu, den Kurs so anzupassen, dass wir den schlimmsten Böenfeldern ausweichen, aber es ist wie verhext. Beim nächsten Wetterupdate, 7 Stunden später, sind die Böen genau da, wo wir auch sind. Wir passieren Vanuatu im Süden. Die Wind- und Wellenvorhersage sieht bedrohlich aus. Da der Wind beständig aus Süd-Ost kommt, ist der Plan, den stärksten Wind dann von hinten zu bekommen. Wird mäßig klappen. Nächster Wegpunkt ist Neukaledonien, an dem wir dann nördlich vorbei müssen. Schlaf wird schwierig, vor allem für Andrea, die das gar nicht mag wenn die Wellen wie ein Vorschlaghammer gegen den 9mm Rumpf dreschen. Sie ist wirklich tapfer. Auf unserem kleinen Schifferl ist das eine ganz andere Herausforderung als auf einem 50 Fuß Serienkatamaran.
15. August
Wind konstant bei 30 bis 35 Knoten. Welle bis 3.5m. Anstatt ganz im Norden an Neukaledonien vorbeizusegeln, beschliessen wir etwas weiter südlich durch die Grand Passage zu Segeln. Da gibt es für den Notfall auch ein Miniatoll, um Schutz zu suchen.

16. August
Die Wettervorhersage sieht bedrohlich aus. Für morgen Nacht sind Winde über 40 Knoten und Wellen über 4m vorhergesagt. Das ist kein frischer Wind (aber auch kein Hurricane, wie Capital Bra sagen würde), aber das ist Sturm. Das 5-Lieder-Workout ist logisch pausiert. Ausserhalb des Cockpits ist es wie in einer Waschmaschine. Wir gehen nur noch mit Ölzeug raus, weil die Gischt ständig über das Schiff geht. Wind um die 37 Knoten und 3,7 m Welle, die recht steil daherkommt. Unsere Deutschlandflagge ist in Fetzen. Wir segeln nur noch mit der Sturmfock. Bis jetzt haben wir die noch nie gebraucht. Alles ist jetzt naß und salzig, wirklich alles. Die Luke über unserer Schlafkabine hatten wir noch nie mit einem Tuch abgedichtet und das war ein Fehler. Eine Welle, wie wir sie auf der gesamten Fahrt noch nicht hatten, geht über die gesamte Steuerbordkufe. Das Wasser steht teilweise auf dem Cockpitdach. Unser gesamtes Bett, Kopfkissen, Decken … mit Salzwasser getränkt. Bei Andrea fließen die ersten Tränen und ich habe mich angepieselt. Ned aus Angst, aber wir pieseln ja durch unsere Klappe. Wenn man sich da jetzt drüber hockt, bekommt man eh einen Einlauf, aber wenn man durchpieselt und dann der Wind unter das Schiff greift, wird alles wieder nach oben geblasen. Mitten ins Gesicht.



Der Hohn. Auf den ganzen Bildern kommen die riesigen Wellen überhaupt nicht raus. Wer wissen will, wie das wirklich optisch ist, muss an Bord kommen.
17.August
Die Wellen haben die 4m würde ich sagen, fast erreicht. Es ist klar: So kann das nicht weitergehen. Die Vorhersage hat sich noch mal verschlechtert. Ganze drei Tage bleibt der Wind und vor allem die Welle. Wind ist nicht schlimm. Wellenhöhe und Abstand der Wellen sind entscheidend, wann es gefährlich wird. Andrea hat jetzt wirklich Angst. Wir beschliessen, die Îles de la Surprise mitten in der Grand Passage anzulaufen, wo wir das Schlimmste aussitzen wollen. Wir müssen dafür etwas schräger zur Welle gehen. Der Effekt ist dramatisch. Alles fällt durcheinander. Auf den Tisch im Cockpit kann man nichts mehr stellen. Alles muss auf den Boden. Selbst sich mal auf der Bank hinlegen geht nicht, die nächste Welle wirft dich runter. Hinsetzen und festhalten ist die Devise. Die Geschwindigkeit geht auf 8 Knoten hoch unter der Sturmfock. Wenn wir eine Welle runtersurfen, sind es auch mal 16 Knoten. Die Nerven meiner Frau hängen an einem seidenen Faden. Wir holen die Sturmfock runter und rasen unter nackten Masten der Passage entgegen. Kurz überlegen wir den Seeanker (Bremsfallschirm) rauszuhängen, aber dann wird es nichts bei einer Ankunft bei Tageslicht. Kurz vor Sonnenuntergang geht es durch die Atollpassage. Vollkommen erledigt schmeißen wir den Anker bei 8m Tiefe in den Sand und lassen 70m Kette raus. Ein ruhiger Ankerplatz ist es nicht. Wellen von 1m schütteln uns, aber wir sind dankbar. Die Ankerwache sagt, unser Anker hält wie immer wie betoniert. Geschafft!!!


18.August
Gleda schaukelt und reisst am Anker. Wir müssen im Cockpit bleiben, weil draußen durch die Gischt bei 40 Knoten Wind alles sofort nass ist. Auf die Insel könnten wir eh nicht, mal abgesehen vom Seegang. Sie gehört zu Neukaledonien und ist das aller, aller, allerstrengste Naturschutzgebiet. Nur wenige Wissenschaftler mit Sondergenehmigung haben Zugang. Ankern darf man hier logischerweise auch nicht, aber im Notfall geht das immer, sagt das Seerecht. Tölpel fliegen um uns rum und kacken aufs Boot, über der Insel steht ein Regenbogen. Wir können trotz des Gewackels zumindest mal ein paar Tage durchschnaufen, bis der Wind wieder nachlässt. Ist auch dringend notwendig für die Nerven. Wir finden, wir haben das ganz gut gemeistert. Nur ab und zu hing der Haussegen mal schief, aber das ist wohl normal. Ein anderes Seglerpaar hat gesagt, sie rechnen bei der Zeit, die sie bereits gemeinsam durchs Leben gehen, die Jahre auf dem Schiff immer doppelt, weil da eine ganz andere Intensität herrscht.


22.August
Der Wind ist von Sturm auf steife Brise runter. Für die Strecke bis zur Torresstraße werden maximale Böen von 33 Knoten und Wellen so um die 3,2m vorhergesagt. Also sagen wir leise Servus zu unserer Rettungsinsel und machen uns unter der großen Fock auf den Weg. Interessante Zahl: Auf der gesamten Fahrt werden wir 54 mal die Segel wechseln. Das ist Rekord. Von nackten Masten über Sturmfock, kleine Fock, große Fock, Schmetterling mit und ohne Reffs und dem Spinnaker ist alles dabei.
23. August bis 31. August
Wir fahren durch die Korallensee Richtung Torresstrasse. Der Schiffsverkehr nimmt zu. Es ist wirklich lustig. Auf so einem Riesenozean scheint jedes Schiff in der Nähe genau auf Kollisionskurs mit Dir zu sein. Wir weichen vorsichtshalber immer den dicken Pötten aus, aber manchmal ändert auch mal ein Containerschiff seinen Kurs ganz brav, um hinter einem durchzufahren. Die Winde ändern sich ständig. Wir haben jeden Tag zwei Segelmanöver. Ab 25. August, also 6 Tage vor der Ankunft in der Torresstraße, versuchen wir unsere Geschwindigkeit so anzupassen, dass wir a) bei Tag und b) mit nach Westen setzender Strömung in das Great Barrier Reef einfahren. Die Bedingungen sind laut und ruppig, aber wir schaffen sogar das 5-Lieder-Workout jeden Tag, ohne über Bord zu gehen. Ab und zu sind wir zu optimistisch und lassen das Schott von der Küchenluke offen. Logisch, dass genau dann eine große Welle reingeht und die ganze Küche zusalzt. Lustig ist anders. Man merkt jetzt, dass die Fahrt lang wird. Ab und zu ist die Luft dick (so Faktor 3 bis 5 für gemeinsame Lebenszeit), aber wir fangen uns wieder. Ist halt anstrengend. Andrea kann den Wellen und Windlärm so langsam nicht mehr ab. Vor uns fährt die „Chaos“. 8 junge Amis, die zusammen in zwei Jahren die Welt umsegeln. Das erste Mal wären wir fast 1000 sm vor den Marquesas mit Ihnen kollidiert. Ist wirklich seltsam. Ein Highlight der Korallensee: Die Fische beißen! Jeden Tag ein Fang. Andrea zieht Thunfische (Yellowfin und Bluefin), Mahi Mahi, Barracuda und auch mal einen Tiefseefisch (Schlangenmakrele) an Land. Bis auf den Barracuda (Ciguateragefahr) und das Monster (zäh) essen wir alles brav auf. Die Proteine werden beim Workout sofort zu Muckis.





31. August
Was für eine Planung. Wir erwischen die Raine Island Passage, den südlichen Eingang zum Great Barrier Reef, perfekt. Pünktlichkeit, das können wir Deutschen. 150 sm geht es bis nach Thursday Island und zum Ausgang durch den Prince-of-Wales-Kanal. Das Riff nimmt die 3 m Welle sofort weg. Ein unfassbarer Genuss. Das wird unser schnellstes Teilstück. Maximale Strömung liegt bei max. 8 Knoten. Wir erreichen Geschwindigkeiten von über 12 Knoten, ohne dass man es merkt. Viele Segler meiden die Torresstrasse wegen Untiefen und Strömung… für uns ein schöner Segeltag. Australien verabschiedet sich mit einem Waldbrand und als die Sonne aufgeht, hat Gleda den Pazifik nach 8 Monaten verlassen. Pfiati Südsee.


2. September
Andrea entscheidet auf Spinnaker. Wir haben die Ankunft in Tual vor Augen und der Spi bringt einen Knoten mehr an Speed. Unter Spi segeln ist wunderbar. Gleichmässig mit 6 bis 8 Knoten Geschwindigkeit gleiten wir durch die Arafura-See, wohl eine der fischreichsten Gegenden. Ständig tauchen mit und ohne AIS Fischerboote auf. Ganze Flotten stehen dicht beieinander. Es gibt Squid-Städte. Das sind Hunderte von Booten, die fest verankert sind. Die Fischer leben auf ihnen und locken mit Flutlicht Calamare in der Nacht an. Eine Erscheinung wie in einem Star-Wars-Film. Ständig begleiten uns jetzt Vögel. Gleda ist von oben bis unten vollgeschissen. Die Säcke wird man auch nicht los. Was soll’s, irgendwann kommt der Monsun.


Einen fetten Schreckmoment haben wir. Einer der Fischer ist (wie immer) auf Kollisionskurs. Wir ändern vorsichtshalber um 10 Grad. Er ändert auch. Ich stell den SPI um und wir fallen noch mal 10 Grad ab. Er folgt. Wir funken ihn an – Nix! Zefix! Mittlerweile wird es arschknapp. in einer Minute kracht es. Wir ändern 30 Grad nach Backbord. Das Arschloch auch. Er will uns rammen!! Ich schrei Andrea zu „Motor rein!“. Und 10 Sekunden später können wir manövrieren. Ich dreh um 180 Grad weg, der Spi fällt ein und wir sind mit 20m Abstand vorbei. Der angesoffene Vollhonk hat seinen Spaß wohl gehabt, macht eine 180-Grad-Wende und verschwindet dahin, woher er gekommen ist. Soll ihn der Blitz beim Scheißen treffen. Sowas. Es wird sich zeigen: NICHT repräsentativ für die Gastfreundschaft Indonesiens.

05. September 14:47
EIne Leine fliegt zur Hafenmauer von Tual. Gleda ist festgemacht. Es ist vollbracht. Das war mit Abstand das anstrengenste Teilstück der Reise. Eigentlich sollten wir hier gar nicht sein. Tual ist ein Industriehafen. 1.8m Tidenhub, blanker Beton und alte Bewehrungseisen. Unsere Agentin hat das für uns klar gemacht. Weil – folgendes Problem: Customs und Biosecurity müssen an Bord kommen, aber mit dem Dinghy des Bootes. Selber haben sie kein Boot. Und mit unserem Kajak eine Seemeile bis zum Ankerplatz. Lol. Also hängen wir hier an der Mauer zwischen riesigen Containerschiffen und Fähren. Ein ganz besonderer Flair.


Wir haben ständig Zaungäste. Sowas wie die Gleda sieht man hier wohl nicht oft. Alle wollen mit uns Fotos machen. Eine Gruppe Damen ruft mir zu: „You are so cute“ und die Herren meinen: „You are the greatest“. Also hallo, Indonesien ist mein Land. Aber auch Andrea wird geliebt. Am Bankautomaten bekommt sie kein Geld. Eine surreale Situation. Der Automat gibt maximal 1.000.000 Rupien aus, das sind 49,90 Euro. Die DKB verweigert Auszahlungen unter 50 Euro. Vollkommen fertig steht sie da und weint. Sie will doch nur Geld um Gemüse zu kaufen. Sofort ist da eine Frau, die ihr anbietet, ein Taxi zu zahlen und mit ihr in das Hotel zu fahren in dem sie arbeitet und dort Geld zu holen. Unfassbar. Ich bekomme dann doch Geld und alles ist gut, aber zwei Tage später sind wir mit der Agentin in einem Hotel beim Essen und was soll ich sagen…wir sind bekannt, denn es ist genau das Hotel, in dem die nette Dame arbeitet. Wir sind eh die einzigen Touristen in der ganzen Stadt. Viele kommen wohl nicht her. Auf dem Markt greift sich eine Marktfrau unter großem Hallo Andrea und zieht sie zu ihrem Tisch. Ich denke, die will was verkaufen, aber nein! Ein Foto will sie mit der Ausländerin. Sie hält Andrea ganz fest und ich muß knipsen. Jedes Foto wird begutachtet und bejubelt. Dann ich… Sie legt meinen Arm auf ihren Busen und sagt zu Andrea: los knipsen. Herzig. Das Essen ist super und unfassbar günstig. Für zwei Euro bekommt man zwei Mahlzeiten. Andrea kauft Pomelo, Petersilie, Salate, Papaya und und und. Wie geil nach der langen Fahrt. Außerdem kauft sie ein paar Chili. Andrea denkt, scharf sind die nicht. Weil am Stand sitzt ein Hutzelweiblein und ruft dem Sohn immer zu: „Hum, hum“. Der schmeißt ihr ’ne Chili zu. Manchmal landet eine in der Pfütze im Dreck. SIe klaubt sie auf und isst sie ratzeputz weg. Ohne mit der Wimper zu zucken.Wir merken am nächsten Tag bei Aglio, Olio Spaghetti. Die Alte muss tot gewesen sein. Andrea kann ja scharf aber sie weint und schwitzt aus allen Poren. Lustig.






Drei Tage sind wir am Kai, denn es ist Wochenende. Der Zoll erscheint erst wieder Montagmorgen. Ein paar Mal müssen wir unseren Platz ändern, da große Containerschiffe kommen und gehen. Sonntagnacht einmal um 00:00 und einmal um 02:00. Wir nehmen es sportlich. Einmal gehen wir Essen holen und finden die Gleda ganz woanders wieder. Das ist schon spooky bei der Betonkaimauer. Montag um 9:00 ist der Zoll immer noch nicht da. Ein offizieller mit Uniform vom Hafenmeister meint: „Freunde es langt. Ihr müsst ankern“. Aber doch nicht jetzt, sagen wir…der Zoll kommt doch gleich. Er springt aufs Schiff und zeigt auf den Anker. Ja, ja, mein ich, den kenn ich aber bitte! nur noch zwei Stunden. Er schüttelt den Kopf. Langsam dämmert es mir. Ich ziehe 100.000 Rupien (5 Euro) aus dem Geldbeutel und frage, ob es nicht doch eine Chance gibt. Der Schein verschwindet und es ist alles kein Thema mehr. Händeschütteln und auf Wiedersehen. Ich habe das erste Mal in meinem Leben bestochen. Ein tolles Gefühl! Irgendwann haben wir alle Dokumente. Nur noch zum Hafenmeister und alles stempeln. Dort sehe ich dann auch das nette Plakat: „Stoppt die Korruption“. Klappt ja prima. Aber mei. die Agentin meint alles ganz normal. 1Mio für Immigration, 100k für Biosecurity. Fixe Sätze. Das Monatsgehalt eines Beamten ist 150 Euro.
So… Ich schreib die letzten Sätze kurz vor Sorong. Ganz easy unter Spi und flacher See. Nächste Woche geht’s nach Europa. Wir freuen uns auf alle. Bis bald.



























































































































































































